Malteser Jugend Paderborn

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hinschauen, rantrauen, helfen - Schulsanis stellen sich der Herausforderung

Schulsanitätsdienst-Tag im Kreis Höxter
SSD

Ein Knall in der Turnhalle und laute Hilfeschreie von Schülern. Silke und Natalie vom Petrus-Legge-Gymnasium Brakel und ihre Schulsanitätskollegen Lukas und Marlon vom Campe-Gymnasium Holzminden machen sich bepackt mit Notfallrucksäcken auf den Weg. Das Bild, welches sich ihnen in der Umkleidekabine der Turnhalle bietet, ist verstörend:

Ein Mädchen und ein Junge mit schwersten Verbrennungen an Händen und im Gesicht, ein weiterer Schüler liegt auf dem Boden und reagiert nicht auf Ansprache.

Dieses und weitere Szenarien boten sich den Schulsanitätsdiensten, die von den Maltesern des Kreises Höxter betreut werden, bei einem Vergleichswettbewerb, dem sogenannten Schulsanitag. Schon im dritten Jahr findet dieser an wechselnden Orten der teilnehmenden Schulen statt, in diesem Jahr auf dem Gelände des Gymnasiums Brede in Brakel.

Vorjahressieger Neuenheerse reiste nicht nur mit dem Wanderpokal im Gepäck an, sie bestritten den Wettbewerb auch gleich mit zwei Mannschaften. „Natürlich wollen wir den Pokal auch wieder mit nach Hause nehmen“, so die Neuenheerser Schulsanis. Die weiteren Teams reisten vom Campe-Gymnasium Holzminden, dem König-Wilhelm-Gymnasium Höxter und dem Petrus-Legge-Gymnasium Brakel an. Natürlich durften die Gastgeber vom Gymnasium Brede nicht fehlen.

"Unter realen Bedingungen sollt ihr die Theorie in die Praxis umsetzen und auch zeigen, dass ihr zusammenarbeiten könnt und Probleme gemeinsam lösen", begrüßte Ausbildungsleiter und Stadtbeauftragter der Malteser Höxter, Dr. Norbert Kurowski, die jungen Sanitäterinnen und Sanitäter. „Ihr werdet einiges aus den vergangenen Jahren wiedererkennen, einiges wird aber auch neu für euch sein“, so spannte Kurowski die Schülerinnen und Schüler zu Beginn auf die Folter. So musste zum ersten Mal in diesem Jahr ein schriftlicher Test absolviert werden. Aber nicht nur theoretisches Wissen ist gefragt. Diana Jänckel, Ausbilderin aus Höxter gibt an ihrer Station das Einsatzstichwort: „Ihr werdet zum Zimmer des Hausmeister gerufen. Dieser soll wohl von der Leiter gefallen sein und nicht mehr reagieren.“ Und schon eilen die Sanitäterinnen und Sanitäter los um zu helfen.

Die Gruppen mussten einen Stromunfall erkennen und absichern, Verbrennungen und einen Beinbruch versorgen, einem Patienten mit Schock helfen, eine Reanimation durchführen und seelischen Beistand leisten, denn auch das gehört zu den Aufgaben der Schulsanis. Desweiteren standen Aufgaben der Gruppenbildung auf dem Tagesplan. Denn nur eine reibungslose Zusammenarbeit der Sanitäter führt zu einem guten Ergebnis, im Wettbewerb wie auch im Alltag.

Für die realistische Darstellung der Notfälle sorgte die Jugendgruppe der Malteser Brakel. Die Jugendlichen im Alter von zehn bis neunzehn Jahren leistete großartige Arbeit. Dies bestätigte auch Ausbilderin Elke Kollnischko-Hoppe: „Alle haben ihre Aufgabe sehr gut gemacht und vor allem auch alle Gruppen vor die gleiche Aufgabe gestellt.“

Die Erfahrung des Bundeswettbewerbs der Schulsanitätsdienste in Trier im letzten Jahr konnte man den Sanitätern aus Neuenheerse ansehen. Mit großer Ruhe und Professionalität und auch Spaß erarbeiteten sie sich die einzelnen Stationen. Am Ende des Tages konnten Patricia Hellmich, Sarah Bülling, Patrick Gerlach und Frederik Ziser ihr Vorhaben in die Tag umsetzen und den mitgebrachten Pokal wieder mit in das St. Kasper-Gymnasium Neuenheerse nehmen. Auf Platz zwei landeten die Schülerinnen und Schüler des König-Wilhelm-Gymnasium Höxer, ganz knapp verfolg vom zweiten Team des St. Kasper-Gymnasiums Neuenheerse. Die Gastgeber des Gymnasiums Brede konnten sich wiederum knapp vor den anderen Mitstreitern aus Brakel, dem Petrus-Legge-Gymnasium, platzieren. Den Abschluss bildeten die Schulsanitäter des Campe-Gymnasiums Holzminden. Alle Teams hatten ihre Sache gut gemacht, der geringe Unterschied im Punktestand zeigt, dass die Malteser unter der Leitung von Dr. Norbert Kurowski gut ausgebildete Sanitäterinnen und Sanitäter in den Schulen des Kreises haben.

Nach der mittäglichen Stärkung aus der Feldküche Buke ging es am Nachmittag vor der Siegerehrung noch einmal in die Praxis. Die Ausbilder und Rettungsdienstmitarbeiter der Malteser zeigten den jungen Schulsanitäterinnen und Schulsanitätern den Umgang mit Tragestühlen, dem KED-System –einem Rettungskorsett, Schaufeltrage, Vakuummatratze und dem Spineboard –einer speziellen Trage zum Retten aus unwegsamen Gelände. Dabei schallte lautes Lachen oder auch ein langgezogenes ‚Nein‘ über den Schulhof der Brede, wenn wieder ein Sanitäter kopfüber im sicheren Griff der Schulsanis mithilfe der Trage gehalten wurde.